
„Die Benachteiligung von Frauen in der Arbeitswelt ist nach wie vor strukturell“, erklärte Birgit Zenker, Bundesvorsitzende der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands, im Vorfeld des Internationalen Frauentages am 8. März. Hundert Jahre nach der 2. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz, auf der die Frauenrechtlerin und spätere Reichstagsabgeordnete Clara Zetkin die Einführung eines Internationalen Frauentages forderte, seien Armut, Diskriminierung und Ausbeutung immer noch weiblich.
Frauenberufe würden gesellschaftlich nicht nur weniger angesehen, sondern werden auch schlechter bezahlt, kritisierte die KAB-Vorsitzende. Immer noch fehle eine gleichwertige Anerkennung von Arbeit und Leistung, die eine unabdingbare Voraussetzung für eine gerechte Entlohnung sei. „Frauen verdienen in Deutschland trotz guter Qualifikation bis zu 23 Prozent weniger als Männer. Dies ist ein gesellschaftlicher und politischer Skandal“, so Zenker. Die Ungleichheit bei der Bezahlung der Leistung sei das Ergebnis einer Politik, die trotz einer Bundeskanzlerin weiterhin von Männern dominiert werde und sich vehement dagegen sträube, menschenwürdige Löhne durch eine gesetzliche Mindestlohnregelung einzuführen. Die KAB Deutschlands fordert einen bundesweiten Mindestlohn von mindestens 9,20 Euro und die gleiche und gleichwertige Bezahlung der Arbeit von Frauen.
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit
„Wer einerseits plakativ fordere, Arbeit müsse sich lohnen, kann nicht andererseits einen gesetzlichen Mindestlohn, der Frauen besser vor Armut und Altersarmut schützt, ablehnen“, sagte Zenker. Mindestlöhne seien ein wirksamer Schutzschirm gegen Frauenarmut. „Zwanzig Länder in Europa haben den Schutzschirm Mindestlohn. Wir fordern die Bundesregierung auf, dem europäischen Beispielen zu folgen“, erklärte die Bundesvorsitzende.
Ein Schutzschirm für Frauen seien wichtiger denn je. Die Finanzkrise hat weltweit die Situation von Frauen und Müttern verschlechtert. Wanderarbeiterinnen, Hausangestellte und Migrantinnen, die ihre Familien versorgen müssen, waren die ersten, die entlassen wurden. Für sie und die Familien bedeutete dies Hunger und Armut. Zenker warnte davor, die Mittel in der Entwicklungshilfe zu kürzen oder umzuschichten. „Die Bankenkrise hat besonders Frauen in den Entwicklungsländern getroffen, wir brauchen daher eine Aufstockung der Hilfen für die ärmsten Länder, um die steigende Armut in den Familien zu bekämpfen“. Die Bundesvorsitzende rief alle Frauen und Frauenverbände dazu auf, sich gegen Ausbeutung zu solidarisieren und sich lautstark für Gleichberechtigung weltweit einzusetzen. „Trotz hundert Jahre internationaler Frauenbewegung muss der Kampf um Gerechtigkeit weitergehen“, betonte Zenker


