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Betriebsräte müssen Pflicht werden

Betriebsrat
Kurzarbeit, Personalabbau, Leiharbeiter, Kündigungen, Outsourcing, Unternehmensverlagerungen, Streichung von Sonderzulagen oder gar Insolvenz, die Aufgaben und Probleme für die Betriebsräte nehmen ständig zu. Die Politik hat in den letzten Jahrzehnten viel dafür getan, dass die Probleme größer werden. Und nicht zuletzt bespitzeln Unternehmensleitungen Betriebsräte und Mitarbeiter. Auch ein Grund, warum es nur in zehn Prozent der Betriebe gewählte Belegschaftsvertreter gibt. Gesellschaftliche Anerkennung erhält die Arbeit von Betriebsräten nur dann, wenn der „Laden brennt“, wie zuletzt bei Opel, Karstadt oder Quelle. Betriebsräte aber werden gebraucht in allen Unternehmen. Dieser Ansicht ist der Arbeitsrechtler Thomas Blanke. „Es ist höchste Zeit, dass wir eine entsprechende gesetzliche Änderung bewirken, wonach in Betrieben mit mindestens fünf ständig beschäftigten Arbeitnehmern Betriebsräte gewählt werden müssen.“
Betriebsrat Illustrationen

Betriebsrats-Erfahrungen

Das Engagement vieler Betriebsräte zeigt, dass Veränderungen möglich sind. Nicht Zurückhaltung, sondern gemeinsame Absprachen und Verhandlungen mit dem Arbeitgeber stärken das Untenehmen. Verschiedene Studien belegen: Unternehmen, die sich intensiv mit dem Betriebsrat abstimmen, sind weniger krisenanfällig. Darüber hinaus bewältigen sie bestehende Krisen schneller und besser. Ein gutes Zeichen sich einzumischen.

Dazu einige Aussagen und Erfahrungen von Betriebsräten:

  • Im Betrieb/Unternehmen werden wichtige Entscheidungen getroffen (z.B.: Betriebsverlagerung, Entlassungen, Fusionen oder neue Produktionsanlagen). Ohne Arbeitnehmervertretung zählen oft nur das unternehmerische Kalkül und nicht die menschlichen Fragen und Zusammenhänge: Der Mensch wird zum Kostenfaktor

    “Mir als Betriebsrat liegt daran, dass der Arbeitsplatz jeder Kollegin/ jedes Kollegen auch in Zukunft gesichert bleibt!“

  • In jedem Betrieb gibt es zweifellos Menschen, die sich gut selbst vertreten können. Doch ohne Betriebsrat orientiert sich die Unternehmensleitung nur an den Leistungsstarken. Es geht oft sehr schnell, dass man selbst nicht mehr alle Ansprüche erfüllen kann.

    “Als Betriebsrat achte ich darauf, dass die persönlichen Lebenssituationen in Unternehmensentscheidungen berücksichtigt und soziale Härten ausgeglichen werden.“

  • Im Betrieb gibt es eine Fülle von Regelungen (Tarife, Löhne, Zeiterfassung,...). Ohne Betriebsrat ginge die Geschäftsleitung den Weg des geringsten Widerstandes.

    “Als Betriebsrätin habe ich die Möglichkeit und Chance mir einen Durchblick über Gesetze zu verschaffen, damit die Interessen der Kolleginnen und Kollegen auch durchgesetzt werden können“.

  • Im Betrieb gibt es soziale Leistungen (Prämien, Urlaub, Kantine,...). Ohne Betriebsrat wären die ArbeitnehmerInnen nur auf die wechselnde Gunst des Unternehmens angewiesen – gerade heute aber stören die sich oft am sogenannten „sozialen Klimbim“.

    “Als Betriebsrätin kann ich innerbetriebliche Konflikte und Probleme sinnvoll klären und Sozialleistungen durch Betriebsvereinbarungen absichern!“

  • Im Betrieb kommt es auch zu Konflikten. Ohne Betriebsrat ist die/der Einzelne unterlegen – es zählt oft nur das Recht des Stärkeren.

    “Als Betriebsrat bin ich Anlaufstation für die Beschäftigten.. Jede/r kann mit Ihren/seinen Wünschen zu mir kommen. Ich weiß oft, wo der Schuh drückt. So kann ich auch vielen rechtzeitig und konkret helfen“

  • Der Betrieb kann in Konkurs gehen. Ohne Betriebsrat hat der/die Einzelne keinen Anspruch auf irgendwelchen finanziellen Ausgleich.

    “Als Betriebsrätin kann ich in solchen Fällen einen Sozialplan mit Abfindungen vorbereiten oder noch besser an einem Konzept mitarbeiten, das vielleicht die Arbeitsplätze retten kann!“


  • Betriebsrat
    Es ist nach eigenen Angaben der Weltmarktführer in der Druck- und Temperatur-Messtechnik: das mittelständische Unternehmen WIKA Alexander Wiegand SE&Co. KG in Klingenberg am Main.

    Rudi Großmann, KAB-Bundes-ausschuss-Mitglied und Betriebsratsvorsitzender bei dem mittelständischen Unternehmen WIKA sucht Lösungen, um die Belegschaft in der Krise zu halten.

    Guter Rat im Betrieb - Betriebsräte

    Aus der Mitte der Belegschaft
    Ob Bildung oder Berufsstatus - Betriebsrats­mitglieder unterscheiden sich oft nur wenig von anderen Beschäftigten.
     
     

    Jeder zweite Beschäftigte hat einen Betriebs- oder Personalrat an seiner Seite. Voraussetzung dafür ist, dass hunderttausende Freiwillige bereit sind, sich zu engagieren. Wie sieht die typische Personalrätin, der typische Betriebsrat aus? WSI-Forscher Martin Behrens hat das auf Basis einer repräsentativen Beschäftigtenbefragung von 2008 beleuchtet.

    Viele haben Betriebsratserfahrung: 17 Prozent der Beschäftigten, in deren Betrieb es eine Arbeitnehmervertretung gibt, sind zum Zeitpunkt der Befragung oder waren schon einmal während ihres Arbeitslebens in einem Betriebs- oder Personalrat aktiv. Mehr dazu finden Sie im aktuellen Böckler Impuls 2/2010.

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