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KAB-Bundespräses: Keine Paketzustellungen am Sonntag

Schon jetzt arbeiten Paket- und Postzusteller am körperlichen Limit. Und das zu schlechten Konditionen. Foto: Rabbe

Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung begrüßt das Verbot von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), an Sonntagen Paket zuzustellen. In München hatte die Deutsche Post DHL Group wegen des hohen Paketaufkommens, am vergangenen Sonntag Pakete austragen lassen.

"Hier werden die Mitarbeiter, die jetzt schon wegen der Corona-Krise an ihre Grenzen kommen, zusätzlich belastet und ihrer dringend notwendigen Erholungsphasen beraubt", erklärt Bundespräses Pfr. Stefan B. Eirich. In der bayerischen Landeshauptstadt waren am Sonntag 400 Zusteller unterwegs, die gut 50.000 Pakete ausliefern mussten.

Wettbewerbsvorteil durch Online-Handel

Es sei nicht hinnehmbar, dass sich ein ehemals staatliches Unternehmen mit solchen ungesetzlichen Aktionen Wettbewerbsvorteile gegenüber Mitkonkurrenten, die die gesetzliche Sonntagsruhe einhielten, verschaffe. Schon jetzt habe sich die Paketbranche durch den verstärkten Online-Handel einen Wettbewerbsvorteil. Für den KAB-Bundespräses war und ist dies ein Vorwand, um den Sonntag mittelfristig an die Wochenarbeitstage anzugleichen, nachdem auch der Einzelhandelsverband HDE vor zwei Wochen Sonntagsöffnungen eingefordert hat. Den Preis hierfür hätten in jedem Fall die wohlfeil als Corona-Helden mitgefeierten Angestellten im Zustelldienst bezahlen müssen. Diese arbeiten schon jetzt weit jenseits der Belastungsgrenze, so Eirich.

Mit großer Erleichterung hat KAB-Bundespräses Eirich daher auf die Entscheidung des Arbeitsministeriums reagiert, auch weiterhin die Sonntagsauslieferung von Paketen nicht zu erlauben. Die Entscheidung von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, so Eirich, sei umso bemerkenswerter, als der von den großen Paketdienstleistern mit dem Hinweis auf eine "Versorgungskrise" aufgebaute Druck immens gewesen sei. "Hier hat die Politik klare Kante für Arbeitnehmer und Sonntagsschutz gezeigt!"