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13.05.2018

"Die soziale Marktwirtschaft verkauft ihre Seele!"

Angesichts der unwürdigen und unmenschlichen Arbeitsbedingungen in vielen Branchen verkauft die soziale Marktwirtschaft ihre Seele. Dies gab Prälat Peter Kossen auf dem Katholikentag den vielen Besucherinnen und Besuchern des KAB-Arbeiter*innen-Gottesdienstes mit auf den Heimweg, damit sie hinschauen, wo menschenunwürdige Arbeit direkt nebenan verrichtet wird.

"Der Missbrauch von Werkverträgen und Leiharbeitsmodellen zieht sich wie ein Krebsgeschwür durch unsere Gesellschaft", so Sozialpfarrer Kossen. Ob in der Fleischindustrie, bei LKW-Fahrern, bei Paketzustellern oder in der Prostitution, immer häufiger werden Menschen, besonders aus Osteuropa gedemütigt und erpresst, um ständig mit ihrer Arbeitskraft oder ihrem Körper zur Verfügung zu stehen.

Kossen beschrieb in seiner Predigt, wie die Mechanismen der Ausbeutung funktionieren und zudem oft noch legalisiert. Mit falschen Versprechungen und Hoffnungen würden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach Deutschland gelockt, um dann in eine Schuldsklaverei getrieben zu werden. "Pässe werden ihnen abgenommen, Gewalt angedroht und zusätzlich von der Bevölkerung abgeschottet". "Schneller", sei meist das erste deutsche Wort, dass die osteuropäischen Arbeitskräfte lernen. Er gibt auch den Unternehmen der Fleischindustrie eine Mitschuld. Als Werksarbeitnehmer*innen werden sie von deutschen Unternehmen als Sachkosten statt als Personalkosten geführt. "Was ist das für ein Menschenbild?", fragte Kossen die Gottesdienstbesucher.

Gottesdienst ist Suche nach Gerechtigkeit

Prälat Kossen fordert, diesen Teufelskreis in einem sich christlich nennenden Land endlich zu durchbrechen. "Ohne dem Ringen nach Gerechtigkeit ist jeder Gottesdienst wertlos", mahnte Kossen. Als Christinnen und Christen dürften wir diese Zustände nicht zulassen. Jeder und jede von uns solle hinschauen, wo Menschen unwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen ausgesetzt sind. "Seien wir die Mutigen, die den Frieden suchen, indem wir die Gerechtigkeit suchen".

 

 

Prälat Peter Kossen forderte die Gottesdienstbesucher*innen auf, die menschenunwürdigen Lebens- und Arbeitsbedingungen, besonders osteuropäischer Arbeitskräfte, in Deutschland zu sehen und öffentlich anzuprangern. Foto: Rabbe

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