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06.04.2020

Katholische Arbeitnehmer-Bewegung unterstützt Forderungen von Pflegekräften

In diesen Tagen werden überall Pflegende als „Held*innen der Nation“ beklatscht und mit Schokolade überhäuft. Das ist nett gemeint, aber nicht zielführend. Auch die Beschäftigten selbst sind über diese Form der Wertschätzung nicht glücklich. Denn: Nicht erst jetzt, sondern seit Jahren arbeiten die Pflegenden in Kliniken, Heimen und ambulant über ihre Kräfte hinaus, bewältigen 12-Tage Dienste am Stück mit bis zu 12 Stunden-Schichten. Sie arbeiten für geringe Bezahlung und werden lediglich als Kostenfaktor im Gesundheitssystem angesehen.

Der durch die Corona-Krise ausgelöste Ausnahmezustand kann nicht mehr verbergen, was seit langem unter den Teppich gekehrt wurde: die Kürzung von Personal, die zunehmende Bürokratisierung, das Einsparen von wichtigen Therapien - all das ist weder neu noch überraschend und geschah sehenden Auges. Die Corona Pandemie sorgt jetzt dafür, dass diese Missstände immer deutlicher benannt werden. Viele erkennen nun, dass eine auf Profit ausgerichtete Pflege lebensbedrohlich ist.

Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) stellt sich auf die Seite der Pflegenden und betont: Pflege gehört zur Daseinsvorsorge und darf dem Wettbewerb und der Profitlogik nicht unterworfen werden. Sie braucht ausreichende Ressourcen, Solidarität und die ihr gebührende Anerkennung.

„Leben und arbeiten in Solidarität und Würde“ ist ein Leitsatz der KAB. Wir treten daher entschieden dafür ein, den politisch verursachten Pflegenotstand zu beseitigen und rufen die Verantwortlichen eindringlich auf, die Situation für die Pflegenden gemäß unsrer Forderungen zu verbessern und dadurch auch das Gesundheitssystem für jeden einzelnen von uns zu stärken.

Die KAB fordert die sofortige Umsetzung folgender Maßnahmen:

  • eine Erschwerniszulage in Höhe von mindestens 500 Euro monatlich
  • sofortige Gefahrenzulage für alle in der direkten Versorgung eingebunden Mitarbeiter*innen
  • die Einhaltung von arbeitsrechtlichen Grundlagen wie Ruhezeiten und maximale Wochenarbeitszeiten
  • tägliche Abstriche von Mitarbeitern mit direktem Kontakt zu Corona-Patienten
  • Rücknahme der Privatisierung im Gesundheitswesen
  • Angemessene Schutzkleidung für alle in der Pflege tätigen

Unterstützen Sie die KAB Deutschlands bei ihren Forderungen!

Hängen Sie ab Dienstag, 7. April um 12 Uhr die Forderungen (siehe Anlage als pdf) an Ihre Küchen-, Büro-, Wohn- oder Schlafzimmerfenster. Anschließend sollte die Maßnahme fotografiert und über die sozialen Netzwerke verteilt werden. Wir freuen uns über jeden Beteiligten…

Denn: Es geht um den Schutz und die Sicherstellung der pflegerischen Versorgung aller.

Dazu auch im Anhang die Aufforderung des "Bündnis für gute Pflege" an Gesundheitsminister Spahn für ausreichende Schutzkleidung in der Pflege zu sorgen.

Das Plakat zu der Aktion mit den Forderungen

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