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Lesetipp des Monats April 2017

Der österreichische Schriftsteller, Kritiker und Essayist Karl-Markus Gauß hat in seinem Buch „Zwanzig Lewa oder tot“ einen weiteren Reisebericht der besonderen Art vorgelegt. Seine Reise ging nach Osteuropa und auf den Balkan, also in Regionen, die hierzulande in den letzten Jahren mehr und mehr aus dem Blick geraten sind. Das Buch ist eine Mischung aus familiären und biographischen Lebenserinnerungen, Beschreibungen von Land und Leuten, Sehenswürdigkeiten und Lebensgeschichten der besonderen Art. Und gerade diese Mischung ist es, die dieses Buch so lesenswert macht.

Es ist ein Reisebericht, der uns die Umbrüche und die Geschichte der bereisten Länder und Städte nahebringt und dies auch durch die Verluste, durch das, was nicht mehr da ist, aber in die Erinnerung an die jetzt Lebenden - sei es zur Mahnung, sei es zur Bewahrung - „eingeschrieben“ werden muss.

Die Rezension von Dr Michael Schäfers

Lesetipp des Monats März 2017

Seit den Zeiten von Karl Marx wurde immer wieder das Ende des Kapitalismus postuliert.
Der englische Journalist und Fernsehmoderator Paul Mason begibt sich mit seinem Buch "Postkapitalismus ‐ Grundrisse einer kommenden Ökonomie" in gute Gesellschaft. Von John Stuart Mill bis John Maynard Keynes, er stellt sich nun auch in diese Ahnenreihe und erinnert uns daran, dass dieses sozioökonomische Gesellschaftssystem keineswegs naturgegeben ist.

"Der Kapitalismus hat vor Jahrhunderten im Niedergang des Feudalismus seinen Anfang genommen, es ist also nicht überraschend, wenn er eines Tages auch ein Ende hat", so Mason in einem Interview mit der Zeit.

Die Rezension von Horst Erlenkötter

Lesetipp des Monats Februar 2017

Armut wird weiterhin in unserer Gesellschaft zu einem Tabuthema erklärt. Aber immer dann, wenn das Thema, etwa durch den „Armuts- und Reichtumsbericht“der Bundesregierung oder Untersuchungen zum Ausmaß der Armut in unserem Land, kurzzeitig die Schlagzeilen der öffentlichen Medien füllt, bricht der Streit erneut darüber aus, was denn „Armut“ eigentlich sei.
Armut ist umstritten; ebenso die Wege zu ihrem Abbau. Segbers schafft Klarheit, indem er in seinem Buch deutlich macht: Nicht nur um Einkommensarmut geht es, sondern um ein umfassendes Lebenslagenkonzept, das die ausgrenzende Armut in den Facetten erfasst, die ein Leben in Menschenwürde, Teilhabe und soziale, politische und gesellschaftliche Integration ausmachen

Die Rezension von Dr. Michael Schäfers

Lesetipp des Monats Januar 2017

Wir bestehen weitgehend aus Wasser und können ohne Wasser nicht lange überleben – und doch sollten wir mehr Sorgfalt auf unser Ur-Lebensmittel verwenden. Das macht eine Broschüre deutlich, die gemeinsam herausgegeben wird von MISEREOR, der Kath. Erwachsenenbildung (KEB) und der Stiftung ZASS der Kath. Arbeitnehmerbewegung.

Die Themen reichen vom Klimawandel und der Vermüllung der Meere über die Umweltprobleme mit Kreuzfahrtschiffen bis zu Konflikten um Wasser und dem Menschenrecht auf Wasser. Verdursten durch Überschwemmung in Indien und Wassermanagement in der Sahelzone sind Beispiele der globalen Perspektive. Eine anregende Meditation über das Element Wasser findet sich ebenso wie je ein Beitrag zum Sonnengesang des Hl. Franziskus sowie zur Umweltenzyklika des Papstes Franziskus. Aber auch Alltagspraktisches kommt nicht zu kurz: Welchen Fisch kann man noch essen, welches Wasser noch trinken, wie Plastikmüll vermeiden – und was können wir jeweils konkret dafür tun, dass Wasser geschützt wird und alle Menschen die Chance auf sauberes Wasser haben. 

Die Rezension von Mechthild Hartmann-Schäfers

Lesetipp des Monats - Dezember 2016

Wer möchte nicht auch mal in den Weltraum fliegen, die Welt aus dem Orbit betrachten?
Um das zu erreichen, muss man nicht Astronaut und körperlich fit sein, sondern nur stinkreich.
Milliardäre und Superreiche wie Dennis Tito, Mark Shuttleworth oder die Iranerin Anousheh Ansari legen knapp 20 Millionen Dollar auf den Tisch, als ob sie eine Woche Schwarzwald gebucht haben.
"Es ist von Bedeutung, dass sich einige Menschen Fahrkarten für Weltraumausflüge leisten können, während andere vor städtischen Tafeln Schlange stehen".

Radikaler und deutlicher kann der Wirtschaftsforscher Sir Anthony Barnes Atkinson die gesellschaftliche und finanzielleUngleichheit nicht beschreiben.

Die Rezension von Matthias Rabbe

Lesetipp des Monats - November 2016

Die zahlreichen Baumwoll- und Textilmuseen in Deutschland erinnern uns noch heute daran, welche wirtschaftliche und soziale Bedeutung die Baumwollverarbeitung und Textilherstellung einst hatte.

Verbinden wir mit dem Aufstieg des Industriekapitalismus oftmals Kohle und Stahl, macht das Buch des Professors für amerikanische Geschichte an der Universität Harvard deutlich: Das Imperium der Baumwolle steht wie kein anderes für die Entwicklung und Transformation des globalen Kapitalismus.


Die Rezension von Dr. Michael Schäfers