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„Wir müssen ein soziales Europa entwickeln!“

Konferenz der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegungen im „4Grenzland“

Trier/ Eupen, 16. Mai 2014 .  Unmittelbar vor der Europawahl kamen die Vertreterinnen und Vertreter der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegungen (KAB) aus der Großregion im ostbelgischen Eupen zusammen. Patrick Meyer, Sekretär der Christlichen Gewerkschaft (CSC) in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Ostbelgiens, freute sich, gut 20 Kolleginnen und Kollegen aus dem „4Grenzland“, also aus Lothringen, Luxemburg, Wallonien und Rheinland-Pfalz, begrüßen zu können. “Ich freue mich, wenn ich sehe, wie viele Initiativen der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegungen es in der 4Grenzland-Region gibt“, so Meyer. 

Hohe Jugendarbeitslosigkeit im 4Grenzland

Das bereits seit über 40 Jahren bestehende länderübergreifende Netzwerk begann seine Konferenz in Eupen in der „BISA“, dem „Betrieb zur Integration, Schaffung von Arbeitsplätzen und Ausbildung“. 

Die Lage im „4Grenzland“ ist gerade im Blick auf die Europawahl ernst. Die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch, nach längerer Arbeitslosigkeit wieder im „Ersten Arbeitsmarkt“ Fuß zu fassen extrem schwierig und die Armutsquote spaltet zunehmend die Gesellschaften. Hier setzt die Arbeit der „BISA“ an. 

Norbert Scheen, Geschäftsführer dieses staatlich anerkannten Eingliederungsbetriebs, der sich in Trägerschaft der deutschsprachigen Christlichen Arbeitnehmerbewegung befindet, erläuterte die drei Säulen für die Nachhaltigkeit im Konzept der BISA;

I Die Ökologie als Kerngeschäft

- Bürgerinnen und Bürger liefern ihren Grünschnitt ab oder lassen den Biomüll in Containern der BISA entsorgen, diese stellt beispielsweise Dünger, Blumenerde oder Bodenverbesserer aus diesen Rohstoffen her. 

II Die Ökonomie 
- die BISA erwirtschaftet 94,50% ihres Umsatzerlöses selbst und freut auf die in diesem Jahr zu erwartenden 10% Gewinn. 

III das Soziale 
„Wir setzen alles daran, unsere Maßnahmenteilnehmerinnen und –teilnehmer in den Ersten Arbeitsmarkt einzugliedern“ so Norbert Scheen.

Im Heimatland des Kardinals Joseph Cardijn ist die von ihm zum Anliegen gemachte Christliche ArbeiterInnenjugend (CAJ) stark engagiert. Die „4Grenzland“-VertreterInnen staunten sehr, als sie die Räumlichkeiten der Eupener Werkstatt Cardijn betraten. Die Werkstatt Cardijn ist eine sozio- berufliche Integrationsmaßnahme der CAJ für arbeitslose Menschen, in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Sozialfond (ESF), der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens (DG) und dem Arbeitsamt der DG, weitere Informationen unter www.werkstatt-cardijn.be

Die Leiterin, Frau Sophia Dessens, lud zu einer Führung durch die Werkstätten ein.  In der Kreativ-, Siebdruck- und Holzwerkstatt arbeiten und verwirklichen sich hier arbeitslose Menschen und entdecken dabei in sich viele weitere Kompetenzen und Fähigkeiten mit dem Ziel, eine gute Arbeit zu finden. 

Am Nachmittag wurde das 4Grenzlandtreffen in den Räumlichkeiten der Christlichen Krankenkasse in Eupen fortgeführt, eine der insgesamt 10 Dienste, die die deutschsprachige Christliche Arbeitnehmerbewegung für das Gemeinwohl trägt. 

KAB Europaexperte fordert soziales Europa

Wilfried Wienen, Leiter des Europabüros der KAB Deutschlands in Köln, hob in seinem Impulsreferat die entscheidende Bedeutung der in der EBCA (Europäische Bewegung Christlicher Arbeiter/innen) zusammengeschlossenen Bewegung hervor. „Wir nehmen starken Einfluss auf die Europapolitik durch die verschiedenen Bündnisse, gerade auch in den Grenzregionen“, so Wienen. „Wir stellen allerdings fest“, so der KAB-Europaexperte, „dass die EU nach der Schaffung einer Wirtschaftsunion und der sehr wohl gelungenen Friedenssicherung und Ost-Erweiterung bei den Bevorzugungen der Wirtschaftsinteressen stecken geblieben ist“. 

Große Zustimmung erhielt Wienen daher bei den Anwesenden insbesondere durch seinen leidenschaftlichen Appell: „Wir müssen jetzt ein soziales Europa entwickeln, ein Europa, das die Menschen vor die Wirtschaftsinteressen stellt“, so Wienen, „die drei Säulen der heute Morgen kennen gelernten BISA: Soziales, Ökonomie und Ökologie müssen auch auf europäischer Ebene gleich stark und tragfähig werden, das müsste auch das Streben der Europapolitik ausmachen“, betonte er. 

Wienen erläuterte anhand des Folders der KAB Deutschlands zur Europawahl, „dass ganz konkret ein europäischer Mindestlohn, der sich an 60% des Durchschnittslohns orientiert, als Untergrenze einzuführen ist, dass eine Revision der EU-Entsenderichtlinie mit dem Ziel, dass das „Arbeitsortsprinzip“ konsequent und zweifelsfrei angewendet wird, einen sozialen Stabilitätspakt für Europa, eine qualifizierte  und kostenlose Erstausbildung für alle Jugendlichen und nicht zuletzt der Sonntag als gemeinsamen wöchentlicher Ruhetag in Europa“.  

Freihandelsabkommen: Sofortiger Stopp!

Damit einhergehend stellte Wienen das aktuelle EU-Hauptthema, das„Transatlantische Freihandelsabkommen“ (TTIP) und die KAB-Forderung mit Blick auf die drohende Zerstörung der Arbeitnehmerrechte nach einem absoluten und sofortigen Stopp klar. Die Vertreter der KAB (KWB) Belgiens gaben zu verstehen, dass nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern auch im benachbarten Frankreich Konferenzen und Netzwerke von Nichtregierungsorganisationen gegen das Freihandelsabkommen agieren, mit dem Ziel, die in der Konsequenz wachsende Armut zu verhindern.
 

Das Treffen in Eupen wurde durch die „Sinnpuzzle-Aktion“ (Informationen unter www.kab.de/startseite/sinnvoll-leben/aktionsfotos/ ), eine Kampagne des Jahresthemas der KAB Deutschlands, „Sinnvoll leben“ abgerundet: Martin Mohr vom KAB-Diözesanverband Trier lud dazu ein und alle gestalteten ein Puzzleteil mit dem Auftrag „Sinnvoll leben heißt für mich…“ – und so entstand ein kleines europäisches „Sinnpuzzle“ mit Beschriftungen wie „Solidarité“, „Menschenwürdige Lebensgrundlage für alle!“ oder „Gute Arbeit, gerechter Lohn!“

Im Herbst wird die 4Grenzland-Konferenz der KA-Bewegungen wieder zusammenkommen, mit dem Ziel, den Austausch über die Gemeinwohlökonomie und die Kooperation zu vertiefen.

Martin Mohr                                                                                                            

"Für ein besseres Europa!"

Die deutsche Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) ist mit provokanten Themen und Zielen bei der zur Europawahl engagiert. Deshalb hatte Lengedes Vorsitzender, Bernhard Gertler, die CDU-Europaabgeordnete Dr. Godelieve Quisthoudt-Rowohl zur Diskussion eingeladen.

Ins Gemeindezentrum St. Marien waren neben KAB Mitgliedern auch zahlreiche politisch interessierte Bürger gekommen. Die Abgeordnete befasste sich sehr kritisch und detailliert mit dem KAB-Forderungskatalog, stellte aber die positiven Ergebnisse der EU in den Vordergrund.

Der Bericht als pdf-Datei

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