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EBCA-Seminar Birmingham

Digitale Arbeit menschenwürdig gestalten

Birmingham/Köln, 24. Oktober 2018. „Die Digitalisierung der Arbeitswelt und der Gesellschaft insgesamt hat sowohl negative als auch positive Dimensionen. Die Herausforderung be­steht darin, die digitale Transformation zu gestalten. Dabei gilt es zunächst zu fragen, wie betreffen diese Entwicklungen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer privat und besonders in ihrem beruflichen Umfeld. Denn es muss umfassend sichergestellt werden, dass die Würde des Menschen ge­wahrt und geschützt wird“, sagt Andreas Luttmer-Bensmann, Bundesvorsitzender der KAB. Er war am vergangenen Wochenende Teilnehmer eines Seminars der EBCA (Europäischen Bewegung Christlicher ArbeitnehmerInnen) in Birmingham zum Thema Digitalisierung.

Einhelliger Tenor des Seminars war, dass die technischen Entwicklungen den Menschen zu dienen hat. Diese optimistische Perspektive wird durch ernstzunehmende Ängste und übermächtig erscheinende Datenkonzerne überschattet. „Für viele Menschen ist die rasante Digitalisierung eine Überforderung, insbesondere wenn die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen, wenn jeder Schritt und jede Äußerung überwacht werden kann, wenn am Familientisch immer die ganze digitale Welt anwesend ist, wenn die Zusammenhänge und techni­schen Abläufe nicht erfasst und verstanden werden können“, so Luttmer-Bensmann.  

Tom Watson, britischer Parlamentarier und stellvertretender Vorsitzender der Labour Party, ging in seinem Vortrag auf die Brexit-Kampagne der UKIP Partei in Großbritannien ein. Hier sei, so seine Ausführung, mit illegalen Mittel eine politische Kampagne durchgeführt worden, weil Datenbanken genutzt wurden, um mit Hilfe von sozialen Medien Menschen gezielt mit Falschinformationen zu manipulieren. „Das ist moralisch anfechtbar, juristisch haben wir aber keine Handhabe, da ein Rechtrahmen für solche Maßnahmen fehlt“, stellte Watson fest.

Ein besonders relevanter Aspekt, der bisher in der Diskussion unterbeleuchtet bliebe, sei die ökologische Seite der Digitalisierung, so ein weiteres Fazit des Seminars. Neben den digitalen Transformationsprozessen, müssten wir uns auch der ökologischen Transformation widmen, hieß es. Die Wachstumsfrage müsse mit der Menschen­würde und mit der Ökologie, die die Lebensgrundlage für uns alle sicherstellt, verbunden werden.

„Die Katholische Soziallehre bietet in Fragen der digitalen und ökologischen Dimensionen noch zu wenige unmittelbare Antworten“, hob die österreichische Theologin Gabriele Kienesberger in ihren Vortrag hervor. Mit der Sozialenzyklika Laudato si von Papst Franziskus sei der Zusammenhang zwischen ökologischer und sozialer Frage hergestellt. „Weitere theologische Reflektionen müssen folgen“, betonte sie.  

In ihren Schlussfolgerungen unterstrichen die Teilnehmer die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften, der Politik und der Zivilgesellschaft. Wichtig ist ihnen dabei die christliche Perspektive einzubringen. Bei einer interreligiösen Tagung zum Thema „Die Zukunft der Arbeit gestalten“ der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union im November diesen Jahres im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss besteht dazu eine weitere Gelegenheit.  Ebenso wird die EBCA das 100-jährige Jubiläum der „Internationalen Arbeitsorganisation (ILO)“ im Jahre 2019 zur weiteren Vernetzung nutzen.

Das Seminar, wurde unterstützt vom „Europäischen Zentrum für Arbeitnehmerfragen (EZA)“ im Rahmen des europäischen sozialen Dialogs.

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