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M. Rabbe

Angst vorm Klimawandel muss größer sein, als die Angst vor Terror

Die Vorbereitungen zum EU-Klimagipfel in Paris laufen auf vollen Touren. An oberster Stelle in Medien und Politik steht nicht mehr die weltweite Reduzierung des CO2-Ausstosses und die De-Carbonisierung von Wirtschaft und Gesellschaft, sondern die Angst vor dem Angriff einzelner Terroristen auf die Konferenzteilnehmer.

Paris - weil es jeder kennt oder schon einmal da gewesen ist - wurde durch die jüngsten Anschläge zu einem Synonym der Angst in der westlichen Welt.
 

Doch der Terror einiger verwirrter Krimineller darf nicht ablenken. Vielmehr sollten die Menschen in der westlichen Welt und den Schwellenländern Angst haben, dass diese Konferenz scheitert. Denn die Angst vor dem Klimawandel, der unaufhörlich voranschreitet und sich exponentiell beschleunigt, wird zu einer Völkerwanderung unbekannten Ausmaßes führen. 

Allein zehn Länder auf dieser Welt sorgen für über 60 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes; unter ihnen Deutschland. Durchschnittlich pustet jeder Bundesbürger, ob Baby, Greis oder Familienvater, jährlich knapp zehn Tonnen CO2 Jahr für Jahr in die Atmosphäre. Im letzten Jahr sogar erneut mit einem Anstieg. Würden jene Produkte, die heute in den Schwellenländern für den europäischen und amerikanischen Markt produziert werden, hierzulande gefertigt, kämen weitere Tonnen hinzu. Allein in China, gerne als größte "Dreckschleuder" bezeichnet, fallen die fast die Hälfte der CO2-Emmissionen für den Export an.


Um das 2-Grad-Ziel zu erreichen, dürfte jeder Bundes- und Weltbürger maximal 2 Tonnen CO2 durch seinen Konsum emittieren. Soviel wie heute die Menschen in Marokko, Namibia, Samoa, oder den Philippinen. Doch gerade diese Länder sind vom Klimawandel am stärksten betroffen. Die heutige Urlaubsziele Myanmar oder Mikronesien saufen jetzt schon ab. Der Drang der deutschen Urlauber noch einmal das zu sehen, was sie gerade auch mit ihrem Billigflug zerstören, scheint ungebremst. Weltweit agierende Hotel- und Tourismuskonzerne versprechen wirtschaftliche Entwicklung mit dem Tourismus und verdienen dennoch am Untergang dieser einmaligen Schönheit und Schöpfung. Dieser Argumentation hat die fast gesamte Wirtschaft angeschlossen.


Die Staatschefs, die sich im Dezember in Paris treffen, und hoffentlich für ihre Länder den Ausstieg  aus der CO2-Produktion einleiten, können diese Entwicklung allein nicht stoppen. Gestoppt auf Grund des Terrors wurde der notwendige zivilgesellschaftliche Auftakt am 29. November und am 11. Dezember. Hier sollte der  Politik deutlich gemacht werden, dass es längst fünf nach zwölf ist. Die Demonstration wird nun in Berlin stattfinden. Will die Bundesregierung weiterhin das Vorreiterbild beim Umweltschutz für sich beanspruchen, muss sie mit klaren Zusagen andere Länder in Paris überzeugen, die De-Carbonisierung der Wirtschaft und Gesellschaft voranzutreiben. Dänemark hat mit dem Ausstieg aus den CO2-produzierenden Energieträgern nun die Vorbildfunktion übernommen. Nur ein gesellschaftlicher Wandel kann den Klimawandel noch verhindern. Ansonsten holen sich die Menschen des Südens ihr Menschenrecht auf eine gesicherte Existenz und lebenswerte Umwelt im Norden ab. 

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