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125 Jahre Rerum Novarum

"Erdengüter sind Gemeinschaftsgüter"

EBCA-/COMECE-Seminar zu 125 Jahre Rerum Novarum

Brüssel, 3. Mai 2016. Die Geschichte der katholischen Lehrschreiben seit „rerum norvarum“, der "Mutter" der Sozialenzykliken, ist eine ständige Antwort auf die Herausforderungen, beziehungsweise auf die Zeichen der Zeit.
Aus Anlass des 125.Jahrstages von „Rerum Novarum“ hatte die Europäische Bewegung Christlicher Arbeitnehmer (EBCA) und die Europäische Bischofskoinferenz (COMECE)  eine internationale Fachtagung „Die katholische Sozialverkündigung als Maßstab für ein soziales und ökologisches Gemeinwohl“ in Brüssel ausgerichtet.

„Angesichts von Panama-Papers, Steuerflucht und Klimawandel ist die Frage der Gemeinwohlorientierung aktueller denn je“, erklärte EBCA-Präsident Otto Meier zum Auftakt der dreitägigen Veranstaltung.

Befasse sich Rerum Novarum mit der sozialen Frage des 19. Jahrhunderts und fordere eine gerechte Verteilung, um ein „gutes Leben für alle“ zu erreichen, so beschäftige sich Populorum Progresso mit der universellen Gleichheit zwischen den Ländern des Südens und des Nordens, so Prof.em. Friedhelm Hengsbach. "Laudato si" setze mit dem „Gemeinsamen Haus“ den Menschen beziehungsweise die Menschheit insgesamt ins Verhältnis mit Tier, Pflanzen, der gesamten Schöpfung. Papst Franziskus stelle die Machtfrage. Die „Erdengüter“ gehörten nicht jenen, die sie für private Gewinne ausbeuten, sondern allen Menschen. „Rohstoffe und Ressourcen sind globale Gemeinschaftsgüter“, so Hengsbach.

Die Regeln von Laudato si

Die Pariser Theologieprofessorin Elena Lasida sieht in Laudato si die Sinnfrage des Menschseins gestellt. „Unsere Beziehung zu den Gütern ist das Problem“, so Lasida. „Wir haben eine instrumentale Beziehung zu den Gütern entwickelt. Wir können nicht über Verteilung reden, wenn wir nicht die Sinnfrage stellen: Was ist gutes Leben!“
Die Pariser Wissenschaftlerin  machte dies in vier Regeln anschaulich:

Die Realität ist wichtiger als die Identität, das Ganze ist wichtiger als das Einzelteil, die Einheit der Vielfalt steht vor dem Konfikt und die Zeit hat Vorrang vor dem Raum. 
Da alles mit allem verbunden sei, habe jede Entscheidung Auswirkungen auf andere. Notwendig sei die Veränderung des Lebensstils bsonders in den Industriegesellschaften. Sie müssen das Fortschrittsmodell neu entwicklen. Konsumreduzierung, Kreislaufwirtschaft und Fair-Trade-Modelle müssen weiterentwickelt werden. 

Anschaulich machte dies Tanja Gaudian von den Elektrisitätswerken Schönau, eine Genossenschaft, die auf alternative Energien setzt und sich für eine demokratische und soziale Eingebundenheit in die Gesellschaft bemüht.

Einfluss der katholischen Soziallehre

„Der positive Zuspruch, der insbesondere der letzten Ezyklika zuteil wurde, zeigt mir“, so Msgr. Gianni Ambrosio, Comece-Vizepräsident und Bischof von Piacenza-Bobbio, „dass die Katholische Soziallehre auch weiterhin Impulse in die Gesellschaft setzen kann.“ Der Comece-Vertreter hofft, dass diese Prinzipien Entscheidungsträgern in „Politik und Wirtschaft als sozialethische Richtschnur dienen werden". 

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