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Fachtagung Haltern

Buen Vivir - „Gutes Wachsen lassen“

Köln/Haltern, 11. Dezember 2019. Alternativen jenseits der Wachstumsideologie war das Thema einer Fachtagung Anfang Dezember in Haltern, zu der das dortige Könzgen Haus  in Kooperation mit dem Hilfswerk Adveniat und der KAB Deutschlands eingeladen hatte. . „Mittlerweile untergräbt eine dem Wachstumszwang unterworfene Wirtschaft die eigenen ökologischen und sozialen Grundlagen“, erklärt Wilfried Wienen, KAB Referent für Politik und politische Bildung die Beweggründe für diese Fachtagung. „Dies zeigen beispielsweise die spürbaren Auswirkungen des Klimawandels weltweit“.

Kritische Stimmen, die nach neuen Wegen jenseits eines stetigen Wirtschaftswachstums fragen, kommen sowohl aus den Ländern des Nordens als auch aus den Ländern des Südens. Das Buen Vivir - das Erfüllte Leben -  ist ein Beispiel neues Wirtschaften. Es hat  in Bolivien sogar Verfassungsrang und war auch zentrales Element der Veranstaltung. Die Adveniat-Partner Rosalia Choque Mamani und Ricardo Crespo Torrico  sind im Rahmen der Adveniat-Weihnachtsaktion "Friede! Mit Dir!" nach Haltern gekommen, um von den Auswirkungen der Wachstumsideologie und des Klimawandel in Bolivien zu berichten.

„Zunehmende Trockenheit und Armut treibt seit Jahrzehnten immer mehr Landbewohner in die Slums der Städte“, so ihre Erfahrungen aus dem südamerikanischen Land. „Dagegen helfen gute Ideen und vor allem Mut, Engagement und soziale Beziehungen“. Mit einem simplen, aber effektiven Bewässerungsprojekt, der Umstellung auf ökologische Landwirtschaft und dem Aufforsten von Bäumen hat es die Gemeinde Tapacarí zu einem friedvollen und auskömmlichen Leben geschafft. „Hier hungert heute niemand mehr; stattdessen können durch den Überschuss der Ernte nun sogar noch zusätzliche Einnahmen erzielt werden“, erzählen die Gäste sehr anschaulich.

„Gutes Wachsen lassen“- Buen vivir und Postwachstum als Modelle für das Gemeinwohl

Dieses überzeugende Beispiel von Menschen, die in einem kleinen bolivianischen Dorf gemeinsam etwas hinbekommen, reicherte Michael Kuhnert, Geschäftsführer des  Missionsärtztlichen Instituts in Würzburg, mit dem Manifest des „Buen vivir“ an. Der Grundgedanke dahinter: Alles Leben und Wirtschaften muss stets im Gleichgewicht sein, Ressourcenverbrauch mit Augenmaß und als Kreislaufwirtschaft geschehen. Buen Vivir ist umweltverträglich, sozialverträglich und „enkeltauglich“. Denn „nur wenn es allen gut geht, leben wir gut“, so Kuhnert.

 Gemeinwohlökonomie und ökologischer Fußabdruck

Zwar gibt es auch in Deutschland bereits vorhandene Ansätze zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise; diese stellte Tobias Daur von „lands-concepts“ mit der „Gemeinwohlökonomie“ vor. Doch der politische Weg zu den notwendigen Rahmenbedingungen ist noch weit, auch wenn die Gemeinwohlverpflichtung wirtschaftlicher Betätigung bereits im Grundgesetz verankert ist.  Wie in Bolivien liege es aber auch hier in der Hand von Menschen mit Mut und Überzeugung, mehr im Einklang mit Natur, Ressourcen und Menschenwürde zu wirtschaften. „Wir steuern in eine Phase des unwirtschaftlichen Wirtschaftswachstums“. So lautet die gut begründete Feststellung von Ökonom Helmut Federmann aus Königswinter. Aus wissenschaftlicher Sicht verdeutlichte er die ökonomische Bedeutung von ökologischer Grenzüberschreitung und die Notwendigkeit von neuen Besteuerungsgrundlagen, zum Beispiel für Energie. 

Zum „Buen Vivir“ ist es hierzulande also noch ein steiniger Weg, so der Konsens aus der Veranstaltung. "Mit ihren Themen, Kampagnen und Vorschlägen rund um Arbeit, Grundeinkommen und zur Rente ist die KAB die ersten Schritte auf diesem Weg zum Guten Leben schon gegangen“, betont der KAB Bundesvorsitzende, Andreas Luttmer-Bensmann.

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