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Weltnotwerk Spendenaktion

Weltweite Solidarität in der Corona-Krise

Köln, im September 2020. Die Pandemie ist weiterhin akut und für viele Gesellschaften bedrohlich. Insbesondere die Berichte der Weltnotwerk - Partnerorganisationen machen betroffen. Hunderttausende Menschen in den Ländern des Südens, in Afrika, Lateinamerika und Asien sind in ihrer Existenz bis hin zum Leben bedroht.

Fehlende Sozialsysteme und damit entsprechende Absicherung einerseits und harte Maßnahmen zum Schutz gegen COVID-19 andererseits sind ein Grund für die bedrohliche Lage. Viele Menschen können ihrem Erwerb nicht nachgehen. Menschen im informellen Arbeitssektor haben teilweise seit zwei Monaten keinerlei Arbeitsmöglichkeiten bzw. Einkünfte mehr. Nicht wenige hungern und sind auf solidarische Hilfe angewiesen.

Gerade die KAB-Partnerbewegungen sind intensiv dabei „Solidarische Hilfe“ zu organisieren. Wie notwendig dies ist, machte auch Kardinal Alvaro Ramazzini, Huehuetenango (Guatemala) bei einem Besuch in Deutschland deutlich. Auf die Frage, was weiße Fahnen an vielen Häusern im Hochland von Guatemala bedeuten erläutert er, dass diese Menschen keinerlei Lebensmittelvorräte und auch keine Mittel zum Kauf von Lebensmitteln mehr haben. Das Problem der chronischen Unterernährung von Kindern wird hier nochmals deutlich verschärft.

Kardinal Alvaro Ramazzini, Guatemala:

„Eines unserer großen Probleme ist, dass viele Menschen nicht genug zu essen haben, vor allem diejenigen, die im informellen Sektor arbeiten, keinen festen Lohn verdienen oder die entlassen wurden. Eine wichtige Aufgabe ist es jetzt also, den Menschen zu helfen, damit sie genug zu essen haben. Ich glaube, das ist momentan die größte Herausforderung, vor der wir stehen - außer der Herausforderung einer Eindämmung der Pandemie: genügend Lebensmittel bereitzustellen. Hier in Guatemala ist das Problem der chronischen Unterernährung, vor allem bei Kindern, auch ohne Corona sehr ernst. Es fehlt eine gesunde und reichhaltige Ernährung, das ist ohnehin eine große Herausforderung für viele Menschen im Land, und jetzt, wo es keine Arbeit gibt, verschärft sich dieses Problem natürlich noch.“ 

Diese Aussage steht stellvertretend für die Situation in anderen lateinamerikanischen aber auch afrikanischen Ländern und wird von unseren Partnerbewegungen u. a. in Guatemala, Peru, Brasilien und Uganda bestätigt. So kämpfen in einigen Regionen Perus nach Informationen aus der JOC Peru (CAJ) viele Menschen gegen die Folgen einer seit Oktober 2019 herrschenden Dengue-Epidemie und zunehmenden Malaria-Fällen. Eine desolate Infrastruktur im Gesundheitswesen steht in der Corona-Pandemie vor einem Kollaps.

Die UN befürchtet in Lateinamerika für das Jahr 2020 eine Zunahme der Armutsquote auf 34,7 %, d. h. 29 Millionen Menschen werden in zusätzlich in Armut „abrutschen“.

Aus UN-Bericht zu Lateinamerika:

Laut einem UN-Bericht wird die Armutsquote in Lateinamerika und der Karibik im Jahr 2020 infolge der Corona-Pandemie um 4,4 Prozentpunkte von 30,3 auf 34,7 Prozent und damit die Zahl der Armen von 186 Millionen im Jahr 2019 auf 214,7 Millionen ansteigen ‒ also um fast 29 Millionen Menschen. Die extreme Armut wird um 2,5 Prozentpunkte von 11 auf 13,5 Prozent zunehmen, was 16 Millionen Menschen mehr entspricht.

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