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7. Oktober: Welttag für menschenwürdige Arbeit

Gemeinsam mit den Partnerbewegungen in der „Weltbewegung Christlicher Arbeitnehmer/-innen (WBCA)“ fordert die KAB Deutschlands am 7. Oktober ein weltweites Recht auf menschenwürdige Arbeit. Ziel muss es sein überall, bei uns und weltweit, menschenwürdige Arbeit durch zu setzen. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können trotz eines Jobs kein menschenwürdiges Leben führen. Unbezahlte Überstunden, Löhne, von denen man nicht leben kann, ausbeuterische Kinderarbeit, Gesundheitsschäden und ein fehlendes Recht auf gewerkschaftliche Organisierung gehören für Viele zum Alltag. Über die Hälfte der Erwerbstätigen arbeitet im globalen Süden im informellen Sektor, ohne Arbeits-und Sozialschutz.

Die Postkarte zum Aktionstag

Nach Schätzungen der „Internationalen Arbeitsorganisation (ILO)“ sind weltweit bis zu 100 Millionen Menschen als Hausangestellte tätig, die meisten von ihnen sind Frauen. Vielfach verdienen Menschen zu wenig Geld für sich und ihre Familien, um aus der Armut herauszukommen. Der Zugang zu Bildung, Gesundheit, Wohnen und Nahrung ist daher häufig stark eingeschränkt. In vielen Fällen fehlt ihnen jegliche Versicherung, die sie bei Krankheit und im Alter unterstützen würde. Nur wenn alle Menschen weltweit Zugang zu einer sozialen Grundsicherung und sozialen Dienstleistungen wie Bildung und Gesundheit haben, kann Arbeit menschenwürdig sein. Das gilt für die formelle wie für die informelle Beschäftigung.

Die umstrittenen sogenannten Freihandelsabkommen, an der Spitze TTIP, das derzeit zwischen der EU und den USA verhandelt wird und CETA, das zur Ratifizierung anstehende Abkommen zwischen der EU und Kanada, bergen die Gefahr das neue Armut entsteht und Menschenrechte verletzt werden. So können z.B. billige Nahrungsmittel aus den Industriestaaten es den Landwirten in Entwicklungsländern erschweren, für ihre eigenen Produkte Käufer zu finden. Bergbau-Konzerne ignorieren beim Abbau von Erdöl, Kohle oder Metallen in Asien, Afrika und Lateinamerika nicht selten die Menschenrechte der einheimischen Bevölkerung: Land wird enteignet, ohne Entschädigungen zu zahlen und das Grundwaser wird verseucht. Solchen Fehlentwicklungen müssen neue Handelsabkommen entgegenwirken, die die EU mit anderen Ländern abschließt. Menschenrechte und insbesondere die Kernarbeitsnormen der „Internationalen Arbeitsorganisation (ILO)“ müssen in allen EU-Handelsabkommen verankert, umgesetzt und eingehalten werden. 

Die Vereinten Nationen haben 2011 die Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte im UN-Menschenrechtsrat einstimmig verabschiedet. Danach kommt Staaten im Rahmen nationaler Aktionspläne die Pflicht zum Schutz der Menschenrechte im Bereich der Wirtschaft zu. Unternehmen müssen eine menschenrechtliche Sorgfaltspflicht praktizieren. Sie haben Menschenrechte zu respektieren und von Menschenrechtsverletzungen Betroffene müssen Zugang zu Rechtsmitteln erhalten. Transparenz-und Rechenschaftspflichten müssen gesetzlich geregelt werden. Ziel ist es, von der Rohstoffgewinnung bis zum fertigen Produkt menschenrechtliche, soziale und ökologische Standards für die Produktions-und Arbeitsbedingungen umfassend zu verankern.

Jetzt kommt es darauf an, die Integration der Flüchtlinge in der EU in den Mittelpunkt der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Bemühungen zu stellen. Wir brauchen eine Neuausrichtung der Einwanderungspolitik in Deutschland und Europa. Sie muss menschenwürdig und menschenrechtlich gestaltet sein und die Gleichbehandlung aller Menschen hinsichtlich der Arbeitsbedingungen einlösen. Integration heißt auch Arbeitsmarktintegration, denn der Erwerbsarbeit kommt ein zentraler Stellenwert für die eigenständige Absicherung der eigenen Existenz und der Familien, für die soziale Sicherheit zu. Der unsichere Aufenthaltsstatus und verschiedene Hindernisse bei der Aufnahme einer geregelten Erwerbsarbeit haben zur Folge, dass Flüchtlinge in prekäre Beschäftigungsformen und ausbeuterische Arbeitsverhältnisse abgedrängt werden. Hier ergibt sich zudem ein weites Feld für Formen von Lohndumping und illegale Beschäftigung, die nicht geduldet und hingenommen werden dürfen. 

Menschenwürdige Arbeit für alle, ist ein Thema, dem sich die „Internationale Arbeitsorganisation (ILO)“ seit ihrer Gründung annimmt. Die ILO-Kernarbeitsnormen haben im Juni 1998 durch die "Erklärung über die grundlegenden Prinzipien und Rechte bei der Arbeit" eine besondere politische Aufwertung erfahren. Inzwischen gilt die Schaffung von menschenwürdiger Arbeit als entscheidender Beitrag zur Verringerung der globalen Armut. Die „Vereinten Nationen“ haben im Jahr 2015 das Thema "Menschenwürdige Arbeit" als Ziel in die "Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung" aufgenommen.

Initiator des „Welttages für menschenwürdige Arbeit“ am 7. Oktober war im Jahre 2008 der „Internationale Gewerkschaftsbund (IGB)“. Siehe http://www.wddw.org.