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Video zur Veranstaltung "Pflege betrifft uns alle"

Am 17.11.2015 fand die Podiumsdiskussion unter diesem Titel in der katholischen Akademie in Berlin statt. Ein zentrales Thema war die Auswirkungen des neuen Pflegestärkungsgesetzes II auf die Beschäftigten im Pflegesektor.

"Notwendige Aufstockung des Pflegepersonals kommt zu spät"

Auf einer Veranstaltung der KAB in Berlin zur Situation der Pflegenden kündigt der Bevollmächtigte der Bundesregierung für Patienten und Pflege, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, erst für 2023 eine Beitragsanpassung in der Pflegeversicherung an, da die jetzige Erhöhung ausreichend sei.

Unter dem Titel: „Faire Arbeitsbedingungen und hohe Versorgungsqualität – ein Widerspruch?“ diskutierten neben Laumann Arbeitnehmer- und Krankenkassenvertreter über die Zukunft der häuslichen und stationären Pflege. Einig waren sich die Experten über das hohe Niveau der Pflege in Deutschland und der Notwendigkeit des 2. Pflegestärkungsgesetzes, das im Bereich der Leistungen endlich die Pflege neu justiere. 

Staatssekretär Karl Josef Laumann: Keine Beitragsanpassung mehr vor 2023

Allerdings arbeiteten Fachpflegekräfte wie auch Angehörige oft bis an den Rand der Erschöpfung, kritisierte die KAB Sozialexpertin Maria Sinz. Dies belege auch der jüngste Pflegereport der DAK, der auf der Veranstaltung vorgestellt wurde. „Wir brauchen dringendst mehr Personal, die Gesellschaft kann nicht noch vier Jahre oder sogar noch länger warten", so Sinz.

Dies unterstrich auch Marko Frank vom DGB. "Untersuchungen und Verhandlungen über eine personelle Anpassung in der Pflege ab 2020 hilft den heute Pflegenden mit ihren gesundheitlichen Belastungen nicht", so der Gewerkschafter.

Podiumsdiskussion auf der gut besuchten Veranstaltung in Berlin

Gesundheitsminister Gröhe hat erst für 2020 Empfehlungen von Sachverständigen über die Neuberechnung des Personalbestands in Aussicht gestellt. Sinz forderte mehr öffentliche Solidarität mit den Pflegenden und längst überfällige Mitsprache von Angehörigenvertretern und Fachpflegekräften bei Pflege-Verhandlungen.

Der Leiter der Abteilung Gesundheit beim vdek, Oliver Blatt, verlangte mehr Ehrlichkeit in der politischen Diskussion um eine bessere Entlohnung. „Die Pflegesätze müssen der Höhe nach ausreichend sein, um eine adäquate Entlohnung zu sichern, aber auf der anderen Seite dem Anspruch genügen, dass man für die Pflegebedürftigen und deren Angehörigen die stationäre Pflege nicht unbezahlbar macht.“

Laumann sprach sich für eine Generalisierung der verschiedenen Pflegeausbildungen aus und kündigte ein Pflegeberufsgesetz für Januar 2016 an, um die Attraktivität des Pflegeberufs gerade bei jungen Leuten, aber auch die Verweildauer im Beruf zu erhöhen. 

Deutliche Kritik an der viel zu späten Neuberechnung des Personalschlüssels in der Pflege übt die Pflege- und Sozialexpertin der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), Maria Sinz aus der Diözese Rottenburg/Stuttgart