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Interview Peter Niedergesäss

Interview mit Peter Niedergesäss

Zur Situation in der Pflege  unsere Fragen an den Rottenburg/Stuttgarter KAB-Diözesansekretär Peter Niedergesäss. Er ist Mitglied im KAB Bundesvorstand und organsiert KAB Aktionen auf der regionalen Ebene.

kabonline: Was sind die drängendsten Fragen in der Pflege, wo liegen die Probleme?

Peter Niedergesäss: Pflegekräfte wünschen sich vorrangig mehr Zeit für die Pflege. Ursache dafür ist die Verschlechterung der Personalbemessung (Personalschlüssel wurde seit Jahren nicht geändert) und die Zunahme der Dokumentation. Das hat zur Folge, dass Überstunden zunehmen und damit auch die Krankheitstage. Der Beruf wird dadurch und durch die geringe Bezahlung immer unattraktiver. Der Nachwuchs fehlt und damit das dringend benötigte Personal. Ein typischer Teufelskreis.

kabonline: Welche Vorschläge zur Problematik liegen auf dem Tisch, was fordert die KAB?

Peter Niedergesäss: Um mehr Zeit für die Pflege zu bekommen, ist mehr Geld im System notwendig. Eine solidarisch finanzierte Pflegeversicherung bzw. Bürgerversicherung würde das schaffen. Eine regelgebundene Dynamisierung würde die Pflegekassen unabhängig von der Kassenlage der jeweiligen Regierung machen. Dadurch könnte mehr und besser bezahltes Personal beschäftigt werden. 

Bei der Dokumentation müssen Doppelungen abgeschafft und die Form vereinfacht werden. Das schafft Zeit für die Patienten. 

Die Ausbildung muss reformiert werden zu einer Basisausbildung für alle Pflegeberufe mit anschließender Spezialisierung für die einzelnen Pflege-bereiche, so dass man später einmal auch leichter wechseln kann.

kabonline: Wie versucht die KAB ihre Forderungen durchzusetzen?

Peter Niedergesäss: Wir stärken und unterstützen Pflegefachkräfte, damit sie Ihre Interessen selber vertreten können. Die KAB organisiert in den Regionen Gespräche mit Gesundheitspolitikern, startete eine Unterschriftenaktion ’Mehr Hände für die Pflege’ mit 12.000 Unterschriften in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. In Aalen wurde die zwischenzeitlich bundesweite Flashmobaktion ‚Pflege am Boden’ ins Leben gerufen. Desweiteren haben wir Anfang April eine Studienreise für Pflegefachkräfte nach Berlin durchgeführt, um politische Fachgespräche zu führen.

kabonline: Die KAB Rottenburg-Stuttgart beteiligt sich intensiv an der Aktion ’Pflege am Boden’. Warum?

Peter Niedergesäss: An den Flashmobs nehmen alle 4 Wochen in ca. 80 Städten Deutschlands über 5.000 Pflegefachkräfte teil. In Rottenburg-Stuttgart ist die KAB in vier Städten aktiv. 

Diese einfache Aktionsform bringt sehr gut die aktuelle Situation der Pflege zum Ausdruck, schafft Solidarität zwischen den Beschäftigten. Sie verstärkt den Druck auf die Bundes- und Landespolitik, die Pflegekassen und die Landkreise. Dieser ist auf alle Akteure notwendig um zukünftig zu verhindern, dass das heiße immer an den nächsten weiter gegeben wird, und damit sich nichts in der Pflege ändert. 

kabonline: Können sich Interessierte noch beteiligen?

Peter Niedergesäss: Bei den bundesweiten Pflegeflaschmobs, die jeden zweiten Samstag im Monat stattfinden, sind Teilnehmer und Solidaritätspartner immer willkommen. Die Hompage: www.pflege-am-Boden.de gibt einen guten Überblick, wo Pflegeaktionen stattfinden. Für die Pflegefachkräfte selbst sind Treffpunkte oder Stammtische hilfreich. sie sind Orte der gegenseitigen Stärkung, des Fachaustauschs und der politischen Interessenvertretung. Die KAB tut gut daran, solche Berufsgruppentreffpunkte zu organisieren.

kabonline: Wie sehen die nächsten Aktionen aus

Peter Niedergesäss: Pflegeflashmob und Studienfahrt wurden schon benannt. Wir haben als nächstes in drei Städten Veranstaltungen unter dem Titel ’Praxis trifft Politik’ mit den verschiedenen Akteuren aus der Pflege. Bei der anstehenden Unterschriftenübergabe machen wir noch einmal deutlich was unsere Forderungen sind.

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