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Sonntags-Allianz befürchtet Angriffe auf Sonntagsruhe

Köln/München, 15. Mai 2017. Trotz der Erfolge von KAB und der Gewerkschaft ver.di bei der Verhinderung von rein kommerziellen Ladenöffnungen, ist der Schutz des freien Sonntags weiter in Gefahr.
Der Handelsverband Deutschland (HDE), der sich selbst als legitimes Sprachrohr der Einzelhändler bezeichnet, will den Sonntagsschutz weiter aushöhlen. Nachdem Gerichte das Einkaufen an diesem Tag aufgrund fehlender kultureller oder traditioneller Anlassbezüge in über hundert Städten und Kommunen stoppten, startet HDE-Chef Stefan Genth mit einem Runden-Tisch-Angebot den Versuch, die schleichende Aushöhlung der Sonntagsruhe in der Findung eines Konsens durchzusetzen.

"Wir nehmen gerne an einem Runden Tisch teil", so Sozialexperte Hannes Kreller (KAB) gegenüber der Nachrichtenagentur kna in einem Interview. Doch der KAB-Vertreter in der bundesweiten Allianz für den freien Sonntag macht ebenso deutlich: ""Wir sind nicht bereit den Sonntagsschutz weiter aufzuweichen!". Er will gemeinsam mit dem Bündnis aus Gewerkschaften, Vertretern beider Kirchen, Betriebsseelsorge, KDA und der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) weiter für den arbeitsfreien Sonntag kämpfen.

FDP will Anlassbezug streichen, um Sonntags-Kommerz zu ermöglichen

"Hier geht es um grundgesetzlich geschützte Freiheitsrechte. Die lassen wir uns nicht nehmen", gibt sich Kreller kämpferisch. Doch gerade da setzt die derzeit in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein erstarkte FDP an. So macht sich der hessische FDP-Politiker und Landtagsabgeordnete Jürgen Lenders dafür stark, den Anlassbezug aus dem Gesetz zu streichen. Dies würde dem Kommerz am Sonntag Tür und Tor öffnen, da nicht mehr der Anlass, sprich das historische oder traditionelle Stadtfest das wichtigere Ereignis sein muss. 

Derzeit versuchen Kommunen und CityMarketing-Unternehmen Geschäfte am Sonntag aus rein kommerziellen Gründen zu öffnen und ziehen deshalb Klagen von ver.di und KAB auf sich, die dieses unrechtmäßige Treiben stoppen wollen. In den Medien äußern sich dann die enttäuschten möglichen Besucher, die nach Hause geschickt werden müssen. "Es wird oft behauptet, die Menschen wollten ständig am Sonntag einkaufen. Tatsächlich lehnen, wie eine große Umfrage in Münster zeigt, die große Mehrheit der Einwohner den Sonntagstrubel ab", so Kreller. 

Das Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur

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