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2. Konferenz Gesunde Arbeitsplätze

Gesunde Arbeitsplätze in Europa, der Schlüssel um psychosoziale Risiken zu verhindern

Europäische Sonntagsallianz - 3. Treffen der Interest Group "Work-Life Balance"

Um  dem Anstieg von psychosozialen Krankheiten durch die Sicherstellung einer fairen Work-Life Balance zu begegnen, müssen angemessene Ruhezeiten und ein  allgemeiner arbeitsfreier Tag  die Schlüsselpunkte für die „EU Strategic Framework on Health and Safety“ sein. Dies war das Thema des dritten Treffens der European Sunday Alliance Interessengruppe für eine Work-Life Balance, die am 10. Dezember unter der Schirmherrschaft von Frau Evelyn Regner MEP (S&D) und Herrn Thomas Mann MEP (EPP) stattgefunden hat.

Anlass für dieses Thema war ein Report aus dem Jahr 2015 des Europäischen Parlaments der anzeigt, dass berufsbedingter Stress und psychosoziale Risiken für fast die Hälfte der durch Krankheitstage verlorenen Arbeitstage verantwortlich sind. Der Report bezieht sich auf einen Vorschlag der Europäischen Kommission für „EU Strategic Framework on Health and Safty at Work“. Die gastgebenden MEPs benannten auch den Auswirkungen von Smartphones, der sozialen Medien und die „rund-um-die-Uhr“-Verfügbarkeit als wachsende Probleme für Arbeitnehmer in Europa.

Laila Castaldo, UNI Europa und Beauftragte der European Sunday Alliance, begrüßte die Initiative durch den Report und kritisierte den Versuch der Kommission die dringend benötigten Gesundheits- und Sicherheitsstandards als „überflüssigen und beschwerlichen Bürokratismus“ zu klassifizieren. Sie argumentierte, dass in einer gesunden und sicheren Lebensumwelt zu arbeiten ein fundamentales Menschenrecht ist.

Brenda O’Brien von der European Agency for Safety and Health at Work (EU-OSHA), sprach über "Strategic Famework", mit dem besonderen Schwerpunkt auf psychosoziale Risiken wie Stress, Depressionen und Burnout. O’Brien merkte an, dass Abwesenheitstage, begründet auf diesen Risiken, in Europa zunehmen. Sie sind mittlerweile der zweithäufigste Grund, warum Arbeitnehmer für mehr als drei Tage krank gemeldet sind. Neuere Daten zeigen, das lange Arbeitszeiten, ein unausgeglichenes Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit, prekäre Arbeit und schlechte Arbeitsorganisation die maßgeblichen Faktoren dafür sind. Sie bezog sich auf die Ergebnisse der EU-OSHA Kampagne 2014-15: Healthy Workplaces Manage Stress.

Hermann Fonck von der Christian Confederation of Trade Unions (ACV-CSC), Vorstand des Governing Board of Eurofound, stellte die Wichtigkeit von menschenwürdiger Arbeit im Hinblick auf die zunehmenden psychosozialen Risiken vor und hinterfragte den zunehmenden Druck für Einzelhändler für Öffnungszeiten am Sonntag. Er hob hervor, dass durch die Studien über den Anstieg psychosozialer Risiken in der Arbeitswelt dieses Problem gut bekannt sind, aber von den Politikern nicht ernsthaft in Betracht gezogen werden.

In diesem Zusammenhang argumentierte er auch, dass das EU work programme 2016 nicht genug Aufmerksamkeit auf die Gesund- und Sicherheitsaspekte legt. Er legte interessante  Ergebnisse der 6. Untersuchung der Arbeitsbedingungen von Eurofond vor, aufgrund einer Auswertung von 35 765 Interviews in den 28 EU-Staaten. Entsprechend der Untersuchung in der Zeit zwischen 2000 und 2015, gab es einen Anstieg von 32 % an Sonntagsarbeit, 32 % der Arbeitnehmer arbeiteten mehr als 10 Stunden pro Tag mindestens einmal im Monat, 45 % der Arbeitnehmer arbeiteten jedes Jahr in ihrer Freizeit um den Arbeitsanforderungen gerecht zu werden und 20 % sind der Auffassung, dass ihre Arbeitsstunden sich nicht gut oder gar nicht mit ihren familiären oder sozialen Verpflichtungen vereinbaren lassen. 

Die Teilnehmer diskutierten, wie die Strategic Framework die Forschungen über die Relation von psychosozialen Risiken und einer ausgeglichenen Arbeits-, Familien- und Sozialleben unterstützen kann. Sie interessierten sich ebenfalls für das Recht (to „switch-off“), dem Aufkommen von neuen Risiken, dem Ungleichgewicht der Geschlechter in unbezahlter Arbeit und Pflegebetreuung und der Verbesserung der Umsetzung von bereits existierenden Gesund- und Sicherheitsrechten.

An der gut besuchten Veranstaltung nahmen Vertreter religiöser Organisationen, Gewerkschaften, nationaler Sunday Alliances, Zivilgesellschaften und dem Europäischen Parlament teil.

Pressekontakt: Erin Green press@europeansundyalliance.eu

Video mit Brenda O'Brian - European Agency for Safety and Health at Work (englische Version)

Miss O'Brian über "Strategic Framework" mit besonderen Schwerpunkt auf pschosoziale Risiken wie Stress, Depressionen und Burnout.

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