Newsletter anmelden

Altersarmut verhindern – jetzt die Weichen für die Zukunft stellen

Rentenpolitische Forderungen des Rentenbündnisses katholischer Verbände zur Bundestagswahl 

Berlin/Köln, 07. Februar 2017.
Mit klaren Forderungen für eine solidarische und gerechte Weiterentwicklung der gesetzlichen Rente bringt sich das Rentenbündnis katholischer Verbände in den Bundestagswahlkampf ein. Das Bündnisses stellte heute in Berlin ihr Renten-Programm mit sechs Forderungen vor, in deren Mittelpunkt die Existenzsicherung im Alter durch eine Sockelrente steht.

Dem Bündnis gehören die Katholische Arbeitnehmerbewegung Deutschlands (KAB), die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), der Familienbund der Katholiken (FDK), das Kolpingwerk Deutschland und die Katholische Landvolkbewegung Deutschlands (KLB) an.

„Viele Menschen sind heute von Altersarmut bedroht: Bezieher von Niedriglöhnen, Erwerbsgeminderte und Langzeitarbeitslose sowie Menschen, die ihre Erwerbsarbeit wegen Pflege und Kindererziehung unterbrochen oder reduziert haben“, so Anna-Maria Mette, stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende. „Eine weitere Absenkung des Rentenniveaus droht. Wir wollen deshalb, dass alle Bürgerinnen und Bürger im Alter unabhängig von ihren Erwerbsverläufen innerhalb des Systems der gesetzlichen Rentenversicherung durch eine existenzsichernde Sockelrente abgesichert sind.“

Die Vetreter des der katholischen Verbände mit dem neuen Flyer. V.li.: Stefan Becker (Familienbund), Anna-Maria Mette (kfd), Andreas Luttmer-Bensmann (KAB), Dr. Viktor Feller (Kolping)

Nicole Podlinski, Bundesvorsitzende der KLB, ergänzt: „Dennoch soll Leistung belohnt werden. Wir wollen, dass alle zusätzlich zum Sockel entsprechend ihrer Beiträge aus Erwerbsarbeit, Kindererziehung und Pflege individuelle Rentenanwartschaften erhalten. Diese sollen nicht – wie heute in der Grundsicherung – mit dem Sockel verrechnet werden“.

Dem Familienbund der Katholiken geht es besonders um die Aufwertung der Sorgearbeit, die Menschen in ihren Familien leisten. Stefan Becker, Präsident des FDK: „Wir fordern zudem eine deutliche Aufwertung der Rentenanwartschaften für die Pflege von Angehörigen. Diese muss auch dann zu einer Rentensteigerung führen, wenn die Pflege nach Eintritt in das Rentenalter geleistet wird.“ Die Anerkennung von Kindererziehungszeiten muss weiter verbessert werden. Dazu gehört die Anerkennung in der Rente von drei Jahren Erziehungszeit für alle vor 1992 geborenen Kinder. Dies muss aus Steuermitteln finanziert werden.

„Zusätzlich zur Existenzsicherung durch eine Sockelrente und individuelle Anwartschaften ist uns der Ausbau der betrieblichen und privaten Altersvorsorge wichtig. Hier bedarf es klarer Verpflichtungen für Arbeitgeber und Unternehmen sowie einer Förderung der privaten Altersvorsorge für Bezieher niedriger Einkommen“, sagt Dr. Victor Feiler, Kolpingwerk Deutschland.

Insgesamt ist das Rentenbündnis überzeugt, dass eine Erweiterung des Versichertenkreises in der gesetzlichen Rentenversicherung erforderlich ist: „Der Ausbau der gesetzlichen Rentenversicherung zu einer allgemeinen Erwerbstätigenversicherung ist dringend notwendig“, so Andreas Luttmer-Bensmann, KAB-Bundesvorsitzender.