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Bundesdelegiertenversammlung

Köln, 20. Juni 2021. Beate Schwittay aus Köln ist neue Bundesvorsitzende der KAB Deutschlands. Die 59-jährige Theologin und frühere Bundesgeschäftsführerin des Katholischen Deutschen Frauenbund bildet gemeinsam mit dem Bundesvorsitzendem Andreas Luttmer-Bensmann und Bundespräses Stefan-B. Eirich, die in ihrem Amt bestätigt wurden, den neuen Bundesvorstand.

Leitantrag - Katholische Arbeitnehmer bekämpfen prekäre Arbeit

„Die Kirche muss zu prekären Arbeitssituation deutlich Stellung beziehen und gleichzeitig Angebote im Bereich Bildung und Weiterbildung anbieten, um Arbeitnehmende aus prekären Arbeitsverhältnissen zu holen“, fordert der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck während einer Diskussion im Rahmen der 17. Bundesdelegiertenversammlung der KAB Deutschlands. Mit dem Leitantrag „WERTvoll arbeiten  - menschenwürdig statt prekär“ will der katholische Sozialverband offensiv prekäre Arbeit bekämpfen.

Die Delegierten konstatieren, dass in der Regel prekäre Arbeitsverhältnisse nicht ausreichen, um eine gesicherte Existenz der Arbeitenden und ihren Familien zu ermöglichen. Zudem können „prekär Arbeitende nicht ihre Rechte in vollem Maße wahrnehmen“. Die Delegierten haben sich mit ihrem Beschluss zum Leitantrag verpflichtet, „im Verband Projekte voranzubringen, die aufzeigen, wie menschenwürdiges Arbeiten, nachhaltiges Wirtschaften und die Sorge für kommende Generationen funktionieren können“.

Zudem müsse in einer zunehmenden digitalisierten Arbeitswelt die Mitbestimmung angepasst und gestärkt werden, um eine Sozialpartnerschaft auf Augenhöhe zu garantieren. Der katholische Sozialverband fordert daher die Mitbestimmung zu erweitern. Für Diskussionsteilnehmerin Kerstin Griese, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium, sind bereits in dieser Legislaturperiode mit dem Mindestlohngesetz, dem Betriebsrätemodernisierungsgesetz, dem Lieferkettengesetz und der Pflegereform wichtige Schritte zu „guter Arbeit“ national und international vorangetrieben worden.

Die KAB hat sich dagegen mit dem Leitantrag zum Ziel gesetzt „prekäre Arbeit abzuschaffen – in Deutschland und in der Welt, aber auch in unserer Kirche“. Dabei will die KAB mit Partnerverbänden in der Weltbewegung Christlicher Arbeitnehmer (WBCA) und in einer Brückenfunktion zu den Gewerkschaften und Kirche gemeinsam eine „politische Handlungsmacht für gute Arbeit, den freien Sonntag und die Rechte der Arbeitnehmer:innen“ ausbauen.

Ein Interview zum Leitantrag mit Dr. Michael Schäfers finden Sie hier

Interview mit Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

Was kann bzw. muss die Kirche für die Abschaffung prekärer Arbeit tun?

kab-online:
Was hat der Wandel in Wirtschaft und Arbeitswelt für die Kirchen, fürs Bistum Essen für die einzelnen Pfarreien bedeutet ? Warum ist es heute so schwer, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu erreichen?

Bischof Overbeck: Wie in vielen anderen Bereichen der Gesellschaft spüren wir auch in der Kirche, dass die Bindungskräfte nachlassen. Das gilt ebenso für Betriebe oder Gewerkschaften. Wir  sind keine Volkskirche mehr und müssen uns den Herausforderungen stellen, die mit einem neuen Selbstverständnis einhergehen. Damit sind viele Chancen verbunden, vor allem mit Blick auf junge Christinnen und Christen. Ich halte es für wichtig, sie zu ermutigen, frei und selbstbewusst ihre Haltung dazu zu entwickeln, was es für sie bedeutet, heute Christin und Christ zu sein. Ihre Lebenswirklichkeit muss ein zentraler Maßstab dafür sein, mit welchen Angeboten die Kirche den Menschen heute begegnet.

kab-online: Corona hat wie ein Brennglas die soziale Schieflage deutlich gemacht. Soloselbstständige, Künstlerinnen und Künstler und viele andere Branchen. Gerne wurde von systemrelevanten Arbeiten gesprochen. Inwiefern liegt in dieser Pandemie-Krise die Chance, Gesellschaft und Wirtschaft neu zu gestalten?

Bischof Overbeck: Was uns Papst Franziskus in Erinnerung ruft, ist: „Wir sitzen alle im selben Boot.“ Ich empfinde daher die Systemrelevanz als einen zwiespältigen Begriff: Letztlich ist jeder Mensch für sich und aus sich heraus wertvoll und relevant, nicht weil er eine bestimmte Leistung erbringt. Nach den Erfahrhungen der Corona-Pandemie sollten wir die Debatte über den Wert von Arbeit neu führen. Es geht darum, die Würde der Arbeit von Menschen zu erkennen und zu honorieren, die oft als selbstverständlich hingenommen wird.

kab-online: Wie muss Arbeit heute aussehen und was muss die Politik tun, damit Menschen von ihrer Arbeit leben können ?

Bischof Overbeck: Die Politik muss vor allem einen Rahmen für die wirtschaftliche Tätigkeit setzen. Innerhalb der von der Politik vorgegebenen Leitlinien kommt es dann auf die Verantwortung der handelnden Personen und Organisationen an, etwa die Sozialpartner. Für die Entstehung guter Arbeitsverhältnisse müssen Menschen zuallererst würdig und fair behandelt werden. Unternehmerinnen und Unternehmer dürfen aber auch nicht zu stark eingeschränkt sein, damit sie ihre Fähigkeiten – und die ihrer Angestellten – im Sinne des Gemeinwohls entfalten können.

Das gesamte Interview mit Bischof Overbeck als pdf-Datei

Prekäre Arbeit – Katholische Soziallehre zur Arbeit

Statement von Prof. Dr. Nothelle-Wildfeuer - Podiumsdiskussion vom 19.06. mit dem Thema: Prekäre Arbeit – Wie können wir sie abschaffen?

Einleitung
Dass Arbeit immer wieder im Mittelpunkt des Interesses steht, liegt darin, dass die menschliche Arbeit, wie es Papst Johannes Paul II. formuliert, „ein Schlüssel, und wohl der wesentliche Schlüssel in der gesamten sozialen Frage“ (LE 3,2) ist, sie ist seit der Industrialisierung ein Seismograph für die Entwicklung einer Ge-sellschaft und deren Ausrichtung am Maßstab sozialer Gerechtigkeit.

1. Die Würde der menschlichen Arbeit wurzelt in ihrer subjektiven Dimension.

Die christliche Sozialethik sieht die Arbeit eng mit der personalen Würde des Menschen verbunden, Arbeit ist zu verstehen als Ausdruck menschlicher Würde und bekommt dadurch auch selbst ihre Würde .

Das ist schon biblisch grundgelegt: Zwar wird Mühsal und Anstrengung von Ar-beit keineswegs bestritten, aber das macht nicht ihr Spezifikum aus. Ursprünglich ist Arbeit ein existentieller Vollzug des Menschen, es ist das, was dem Menschen als Geschöpf und Ebenbild Gottes als Bewahrung und Weiterentwicklung der Schöpfung von Gott aufgetragen wurde.

Die ganze kirchliche Beschäftigung mit der Arbeits- und Arbeiterfrage basiert letztlich genau auf dieser Grundlage. Es geht immer und fundamental um men-schenwürdige Verhältnisse in den Arbeitsbeziehungen. Schon in der ersten Sozi-alenzyklika 1891 nimmt der Papst – ganz im Sinne dessen, was wir heute die „Option für die Armen“ nennen − zum einen die Belange der schutzlosen Arbeiter

Das gesamte Statement als pdf-Datei

Sonntagspläne des Handels sind Angriff aufs Grundgesetz

KAB-Delegierte verabschieden Initiativantrag zum Sonntagsschutz

Köln. „Mit den Kirchen und Gewerkschaften in Deutschland wird es keine Grundgesetzänderung des Artikel 140 geben“, betont Bundespräses Eirich. Die KAB Deutschlands kritisiert den erneuten Versuch des Handelsverband Deutschland (HDE), im Vorfeld der Bundestagswahl den sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Rhythmus der Woche in Frage zu stellen. „Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt“, so das Grundgesetz. Die Bundesdelegiertenversammlung der KAB sprach sich gegen die HDE-Pläne aus, Sonntagsöffnungen in diesem Jahr grundsätzlich möglich zu machen. „Kaufhäuser sind keine Orte der seelischen Erbauung wie Theater, Museen und andere Kultureinrichtungen. Im Gegenteil für die Beschäftigten im Einzelhandel bedeuten Ladenöffnungen an Sonn- und Feiertagen soziale und gesellschaftliche Ausgrenzung, weil sie mit ihren Familien nichts unternehmen können, sondern hinter den Ladentheken stehen müssen“, so Stefan Eirich.

Warnung an Politik
Die KAB Deutschlands warnt davor, Sonntagsöffnungen als Innenstadtbelebung verkaufen zu wollen. „Im Gegenteil, Studien zeigen, dass verlängerte Ladenöffnungszeiten und Shopping-Sonntage führen zur Konzentration im Handel und damit zu unbezahlbaren Mieten in den Innenstädten“, so Eirich. Die KAB Deutschlands warnt die Politik, den vom Grundgesetz geschützten freien Sonntag Corona zu opfern.

Bundesweite Sonntagsschutz-Aktionen am 3. Juli
Gemeinsam mit Gewerkschaften wird die KAB Deutschlands in der bundesweiten Allianz für den freien Sonntag juristisch und gesellschaftlich für den Sonntagsschutz sich weiter einsetzen.  „Wir werden den Angriff des HDE auf den Sonntag stoppen“, so Eirich. Die KAB wird bundesweit am 3. Juli an den arbeitsfreien Sonntag erinnern, der vor 1700 Jahren durch Kaiser Konstantin als Feiertag in Kraft trat. Unter dem Motto „#ohneSonntagfehltunswas“ werden KAB-Gruppen zur Beteiligung an einer große Sonntags-Picknickdecke in den Innenstädten aufrufen.

WERTvoll arbeiten – menschenwürdig statt prekär

Beschluss der 17. Bundesdelegiertenversammlung
der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Deutschlands vom 18. – 20. Juni 2021

Hier

Im Nachklang.....

...Videos zum Leitantrag, Grußworte etc

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