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Synodaler Weg: Hinwendung zu sozialer Not statt Selbstbeschäftigung

Köln/Frankfurt, 12. September 2022. Die Vollversammlung des Synodalen Wegs hat mit ihren Beschlüssen zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen an Aufgaben und Ämtern im kirchlichen Leben sowie der Weiterentwicklung des kirchlichen Arbeitsrechts wesentliche innerkirchliche Reformen angestoßen. 
"Nun ist es höchste Zeit, sich nach jahrelanger Selbstbeschäftigung endlich den sozialen Nöten der Gesellschaft zuzuwenden", so der Bundespräses der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Stefan-Bernhard Eirich.

Die katholische Kirche müsse in ihrem derzeitigen Spitzengremium endlich zur Kenntnis nehmen, wie brüchig ihr Bezug zu den Ängsten und Nöten der Menschen in unserem Land längst geworden ist. Die Kirche befinde sich auch deshalb in einer existenzbedrohenden Krise, weil sie sich seit langem nicht mehr bzw. nicht deutlich genug zu den Grundfragen von Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfung zu Wort gemeldet hat. Menschen treten aus der Kirche aus, weil sie sich in ihrer Not alleingelassen fühlen, so der Bundespräses.

Abschalten der Außenbeleuchtung reicht nicht

Die Wiedergewinnung von Glaubwürdigkeit hängt nach Ansicht von Eirich daher nicht allein von der Bewältigung des nach wie vor immensen Reformstaus in der Kirche ab. „Es geht vor allem darum, sich endlich für das stark gefährdete gesellschaftliche Zusammenleben zu engagieren“, fordert Eirich. Bischöfe und Laien müssen sich an der Suche nach Antworten besonders auf die sozialen Folgen der galoppierenden Inflation, aktiv beteiligen und Lösungen anbieten. Von kirchlicher Seite sollte eine breite Debatte darüber angestoßen werden, wie solidarisch wir sind, wenn der eigene Wohlstand gefährdet ist. Mit der katholischen Soziallehre und ihren großen Begriffen wie Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Solidarität steht die katholische Kirche regelrecht in der Pflicht, ihren längst fälligen Beitrag zu leisten. „Das Abschalten der Außenbeleuchtung von Kirchengebäuden und das Herunterfahren der Heizung im Pfarrheim ist bei weitem nicht genug“, betont der KAB-Bundespräses.